Pressemeldung  Claudia Richter (Die Presse)      23.01.2012


"Das Um und Auf ist Zeit und sehr viel Zuwendung“


Orthopädische Rehabilitation beim alten Patienten: Multidimensionale,
auf den Patienten abgestimmte Testmethoden geben Auskunft über den Zustand und machen Rehabilitationsziele und individuelle Betreuung möglich.


Warum überhaupt orthopädisch geriatrische Rehabilitation? Weil, wie bereits im oberen Artikel erwähnt, der ältere Patient andere Bedürfnisse hat. „Das betrifft das Leistungsvermögen, die psychische Komponente, die Sturzprophylaxe, die pharmakologische Einstellung und die Mangelernährung“, vermerkt Johannes Kirchheimer, Dozent und Primar der Sonderkrankenanstalt für medizinische Rehabilitation Thermenhof in Warmbad Villach. Demzufolge besteht ein orthopädisch geriatrisches Rehab-Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Psychologen, Diätologen, Physio- und Ergotherapeuten.

Immer weiter weg vom Patienten

Multidimensionale, auf den alten Patienten abgestimmte Testmethoden sowie Gangbildanalysen geben Auskunft über den körperlichen, geistigen und seelischen Zustand und machen realistische Rehabilitationsziele und individuelle Betreuungspläne möglich. Beim Tinetti-Test etwa werden unter anderem das Aufstehen vom Stuhl, die Balance in den ersten fünf Sekunden, die Stehsicherheit, die Sicherheit beim Stoß gegen die Brust, die Balance mit geschlossenen Augen sowie einzelne Kriterien des Gehens mit einem Punktesystem bewertet und so Balancefähigkeit, Mobilität und Sturzrisiko des Patienten beurteilt.

Einem reiferen Patienten werden Ergo- und Physiotherapeuten freilich andere Behandlungen zukommen lassen als einem jüngeren. „Da geht es auch stark um ADL, also um activity of daily life“, betont Kirchheimer. „Das Um und Auf der orthopädisch geriatrischen Rehabilitation“ aber, so der Experte, sei „viel Zuwendung und Zeit. Nur so kann man die Bedürfnisse des Einzelnen kennenlernen, darauf eingehen und dem Patienten wirklich helfen.“

Die moderne Medizin, bedauert Kirchheimer abschließend, entferne sich aufgrund ökonomischer Zwänge leider immer mehr vom Patienten, „es geht immer mehr um Statistiken, Controlling und Sparen und da wird oft vergessen, dass man schließlich ein Individuum, einen Menschen behandelt“.

Prim. Univ. Doz. Dr. Johannes Kirchheimer im Interview mit Claudia Richter (Die Presse).

Weitere Informationen:

Die Presse 23.01.2012

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